Judentum

Ausgangspunkt meines Interesses für das Judentum waren zunächst philologische Studien, die sich einerseits auf das biblische Hebräisch und das Alte Testament bezogen, andererseits aber auch andere semitische Sprachen miteinbezogen (biblisches Aramäisch, Ugarit, Arabisch und Suryoyo).

Der Studienaufenthalt in Jerusalem bot die Möglichkeit, diese Studien fortzusetzen und auf das moderne Ivrit und das Ost-Aramäische des babylonischen Talmuds auszuweiten. Zum anderen begann hier die Auseinandersetzung mit Fragen des jüdisch-christlichen Verhältnisses, die mich auch nach meiner Rück-kehr nicht mehr loslies. Der Studienaufenthalt in Jerusalem im Rahmen des Studienprogrammes "Studium in Israel" blieb für mich prägend und die Basis aller religionswissenschaftlichen Studien, auch wenn sich der Schwerpunkt der Forschungen ab 1988 nach Ägypten bzw. den Bereich der Orthodoxie und den Islam verlagerte.

In den 80er Jahren war ich aktiv in verschiedenen Gremien zum jüdisch-christlichen Dialog tätig. Unter anderem beteiligte ich mich an der Diskussion um die Änderung des Grundartikels der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, in der die bleibende Erwählung des Volkes Israel als verbindliche Lehre der Kirche festgeschrieben wird.

In jüngster Zeit ist durch die aktuelle Medien-Debatte über die Antisemitismen in den palästinensischen und ägyptischen Schulbüchern die Beschäftigung mit dem Nahost-Konflikt und mit dem arabisch-israelischen Verhältnis wieder stärker in den Vordergrund gerückt.